Ich bin nicht perfekt. Von perfektions- und nicht-perfektionsangst

By Mimi - Oktober 15, 2012

 
Ich bin nicht perfekt, leider nein, leider gar nicht...ganz im Gegenteil:
Bei mir ist das genau anders herum, wie bei vielen anderen, bei denen ich Blogs lese. Während die meisten einen sehr hohen Anspruch an sich selbst haben und auch versuchen diesem immer gerecht zu werden, sieht das bei mir leider anders...

Ich kann nicht abstreiten, dass es mir eher unwohl war, als ich die verschiedenen Posts der letzten Wochen gelesen habe, in denen es darum ging, nicht immer so perfekt sein zu wollen, oder nicht immer alles so perfekt machen zu wollen. Ich möchte von Anfang an klarstellen, dass ich nicht das eine oder das andere hier besser oder schlechter werten möchte. Mir geht es alleine darum, mal eine andere Perspektive zu zeigen und natürlich auch darum meine Geschichte zu erzählen.

Es gibt wohl auf der einen Seite die Menschen, die alles so schnell und so gut, wie möglich erledigen möchten. Klingt für mich sinnvoll, prima und sehe ich aus meiner Perspektive als Idealbild. Wenn das aber Grenzen überschreitet, die im psychischen Stress ausarten, ist das auch nicht mehr sinnvoll. Oft sind die Menschen wohl von einer Art „Angst vor den negativen Konsequenzen oder Angst vor zu wenig Zuspruch“ getrieben. Was für viele Dinge im Leben auch gut ist, wenn es halt nicht übertrieben wird. Dann gibt es die Menschen (wie ich), die eher unter Aufschieberitis und Unperfektionismus leiden. Im allgemeinen Volksmund würde man dann behaupten, dass es hier um eine ganz einfache Sache geht: FAULHEIT

Ich kann euch eins versprechen! Ich bin nicht faul! Auch Prokanistation und Unperfektionismus hat mit Ängsten zu tun und ja ich habe RIESEN ANGST!!!

Man schiebt alle möglichen Dinge immer auf, weil man Angst vor dem „Ausgang der Situation“ hat, Angst irgendetwas zu konfrontieren, was man doch besser morgen machen könnte.

Auch schön ist aber der Unperfektionismus oder Schluderei! Man gibt einfach nicht sein Bestes, denn so bleibt einem wahre Kritik und „Failure“ erspart.

Bei mir ist die Uni da ein wunderbares Beispiel:
Um hier mal Butter bei die Fische zu machen: Ja, ich bin Langzeitstudentin! Und was ist das Uni-Dasein für mich eine Qual, eine Qual, die ich kaum in Worte fassen kann! Nicht weil mich das Ganze nicht wirklich interessiert, sondern das alles nur, wegen Angst....Angst vor dem Abschluss und die Frage, was dann? Angst davor keinen Job zu bekommen, Angst davor in einem Dead-end 9-5 job zu landen oder besser noch 14 Stunden Job Tag für Tag und das „leben vergessen“, mich vergessen...die wichtigen Dinge vergessen...Angst eine Klausur zu schreiben und durchzufallen, Angst dumm zu sein, Angst mich an eine Hausarbeit zu setzen, Angst davor zu merken, dass mir etwas zu viel ist, ich mit Thema nicht klar komme und wieder davor „dumm zu sein“, Angst davor mal zwei Wochen mit einer Hausarbeit zu verbringen, so viel Arbeit hineingesteckt zu haben und dann eine schlechte Note zu bekommen...deshalb lieber AUFSCHIEBEN und diese dann in drei Tagen schreiben (schöne Ausrede...hab die ja in nur drei Tagen geschrieben, also ist es völlig okay, wenn ich nur eine 2,3 bekomme...ist doch sogar noch gut dafür)...

Ich könnte jetzt noch 100 Beispiele geben, aber ihr seht, wie bescheuert mein Inneres funktioniert, was meine Ängste mit mir und meinem Leben machen???

Aber am Ende ist es egal, ob man Perfektionist oder Aufschieberist ist, beides ist geleitet und gestützt von Angst. Beides lässt uns nicht in Frieden und authentisch Leben.

Also gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die Angst ignorieren und sich weiter von ihr leiten lassen, sie den Führer unseres Lebens sein zu lassen...oder aber sich der Angst zu stellen. Ihr ins Auge zu sehen, ihr einen friedvollen aber strengen Kampf anzusagen und sie ziehen zu lassen... Und dann entsteht Raum. Raum für Neues, Raum für Kreativität, Raum für die Unendlichen Möglichkeiten, die das Leben uns bieten kann, Raum den Mut zu haben, zu glühen und zu glänzen und andere dabei mitzunehmen, um sie auch glänzen zu lassen...

Welche Dämonen gilt es für Euch endlich zu bezwingen?


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20 Kommentare

  1. Super Post!
    Ich kenne es nur zu gut, dass Menschen denken man sei faul, wenn man in Wirklichkeit einfach Angst hat etwas zu tun, was man ja natürlich aus Angst vor der Reaktion nicht einfach so zugeben kann.
    Und hiermit ein großes Danke an die Anonymität des Internets durch die man solche Dinge dann doch mal loswerden kann ;)

    Liebe Grüße

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    1. Hi teti danke für deinen lieben Kommentar!!! Und ja ich bin auf jeden fall dankbar für die bloggingwelt, in der man dann auch mal solche Sachen ansprechen kann ;)

      Live Grüße, Mimi

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  2. Sher schön ausformuliert. Wir kennen das alle. Die einen mehr, die anderen weniger. Ich wohl auch mehr. Sich seinen Ängsten wirklich zu stellen, ist ein langer Entwicklungs- und Reifungprozess. Und während man in diesem Prozess ist, lernt man, dass es Zeit braucht. Geduld. Nachsicht. Sonst steht man fix wieder am Anfang. Das sind zumindest meine Erfahrungen.
    Viele Grüße und alles Liebe
    M.

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    1. Danke liebe marylou hehe das hast du völlig recht... Das kann man nur mit Geduld und Nachsicht und dem Blick nach vorne, auch wenn rückxchläge kommen... Das sind die nächsten Sachen, die ich so gut kann... Vor allem Geduld ;)))

      <3 Mimi

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  3. Liebe Mimi,

    ich hab genau das gleiche Problem! Ich leide an einer unglaublichen Versagensangst und habe auch immer Angst, zu dumm zu sein(obwohl das nicht stimmt)und gebe nicht immer alles. Obwohl ich es eigentlich kann. Ich schreibe gerade an meiner Bachelorarbeit - ich heule mehrmals die Woche, weil ich Angst habe, was schlechtes abzuliefern/nicht rechtzeitig fertig zu werden/keine guten Quellen zu finden und und und... meine Nächte sind teilweise eine Katastrophe! Ich liege stundenlang wach und habe Angst vor der Arbeit.
    Außerdem habe ich auch Angst, was danach kommt. Ich studiere was, von dem mir eingebläut wird, dass die Gesellschaft das nicht braucht: Germanistik und Anglistik auf Bachelor. Nein, nicht auf Lehramt. Und was macht man dann damit? Tja... eigentlich wollte ich ja immer Lektorin werden, aber ehrlich gesagt kotzt mich da dieses System total an! Ich habe keine Lust, die nächsten 2 Jahre als Praktikant ausgenutzt zu werden, damit ich erst mal ein unterbezahltes Volo machen kann... Also, was ist die Alternative?

    Jaja, also du siehst, du bist nicht alleine. Und wenn ich dann meinen Job haben sollte, bin ich beim nächsten Problem: männliche Autoritäten. Geht gar nicht!

    Du packst das! Ich finde, du bist ein ganz toller, wertvoller Mensch :)

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    1. Hi Lisa, WOW Lisa, ich kenne diese Nächte. Erst letzte nacht hatte ich auch wieder eine Panikattacke wegen der Uni. Grausam. ABER ICH BIN MIR GANZ GANZ SICHER dass wir unseren Weg finden werden!!!! 1000% WIr müssen uns unseren Ängsten stellen und vertrauen finden, dass alles gut wird!!! Ha männliche Autoritäten...ehem ja da schreib ich jetzt nix zu...kann ich gut verstehen!!!

      Und Danke schön Du bist soooooooo lieb. :) <3

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  4. Hey Mimi! Das könnte von mir stammen, ich weiß genau was du meinst, vor allem mit dem Studium, bin auch schon lange dabei *hust* aber wie du sagst es bringt einem auch nichts sich hinter der Angst zu verstecken. Man kommt aber auch nur alleine da wieder raus (oder mit Hilfe aber den Schritt muss man selber machen). Mich frisst auch oft der Neid wenn ich sehe wie "perfekt" viele sind, das macht das nicht besser!

    Aber es gibt für jedem das passende Rezept, nur ist es oft eine lange Suche bis man es findet! Der Angst ins Auge sehen ist denke ich der erste Schritt den man machen muss, und viel Ausdauer mitbringen!

    Alles Gute! LG, Susi

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    1. Hey, dann können wir ja bald alle einen Club aufmachen und dann treten wir unseren Ängsten allen gegenseitig in den HIntern!!! ;) Ich bin mir auch ganz sicher, dass wir alle unseren Weg finden werden! YES!!! <3 Mimi

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  5. Der Angst ins Auge sehen, ist wohl die einzige Möglichkeit diese zu besiegen und überwinden. Wenn das nur so einfach wäre.... ich denke auch immer an die Konsequenzen, was passiert wenn...was geschieht wenn ich damit fertig bin....was kommt noch alles auf mich zu in diesem Leben? Möchtest du es lieber nicht schneller erfahren als später? Denn dann musst du keine Angst mehr haben, und falls etwas negatives dabei herauskommt, kannst du dich viel eher mit den Konsequenzen auseinander setzen und versuchen eine Lösung zu finden und einen neuen Plan zu finden. Und egal wie perfekt man auch sein mag (wenn es das überhaupt gibt), es wird immer jemanden geben, der noch besser ist, klüger, schneller, sich gesünder ernährt, usw. Man darf sich einfach nicht mit anderen vergleichen, sondern das tun hinter dem man selber steht, das wofür man sich verantworten kann.
    Und eins noch: ich bin auch so eine Aufschieberin, aber einfach nur aus Faulheit ;-) Ich versuche das schon ewig zu ändern....
    Ich wünsch dir alles Gute!

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    1. Hi Beauty Runner (ich lese den Namen immer so gerne...:) Ich wollte es leider nie schneller erfahren. Ich bin ein Mensch der so sehr er sie auch liebt, gleichzeitig große Angst vor Veränderungen hat...Deshalb habe ich mir auch für Anfang/Mitte nächsten Jahres was "großes" überlegt und ich werde euch gerne daran teilhaben lassen. Ich will auch endlich lernen aufzuhören nur dass zu sehen, was die anderen denken. Das muss mir doch egal sein. Hauptsache mir geht es gut mit meinem Weg und meinen Entscheidungen. Naja, aber das fällt mir halt sehr sehr schwer...:((( Aber ich werde es schaffen!!!! Ich wünsch dir auch alles Gute!!! <3 Mimi

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  6. Hallo liebe Mimi! Ein schöner Beitrag, in dem ich mich ziemlich gut wiederfinden kann, bin soooo froh das Studium (auch mit "Bonus-Semestern) endlich Hunter mir zu haben...es war immer ein zäher Kampf. Aber Perfektionismus und Prokrastination sind nicht so weit von einander entfert, sondern gehen nach meiner Erfahrung oft auch Hand in Hand. Je höher man seine eigene Messlatte setzt, je mehr man den Anspruch an sich pflegt perfekt zu sein, desto mehr können sich Versagensängste manifestieren. Fehler zu machen oder zu "scheitern" ist für Perfektionisten eine schwer zu akzeptierende Konsequenz, vor allem wenn man (wie oft) sein Selbstwertgefühl an die eigenen Leistungen und Erfolge knüpft. Durch das Aufschieben habe ich früher versucht, mir (fälschlicherweise) eben diese diese Konsequenz zu "ersparen".
    Übrigens, kennst du "Feel the fear and Do it anyway" von Susan Jeffers? Das Buch hat mir sehr geholfen!
    GLG, Vivian

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    1. Hallo Vivian, Danke für deinen lieben Kommentar. Ich bin froh, dass mich hier so einige verstehen können. Ich muss wirklich endlich aus diesem Strudel rauskommen und das Studium beenden. Ich weiß, dass dann riesen Sachen von mir abfallen werden. Jetzt pass auf *lach nicht* Ich habe das Buch, aber habe es bis jetzt noch nicht gelesen...;))) *aufschiebinhochform* ;) Ha! Werde ich aber jetzt mal tun!
      Liebe Grüße, Mimi

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  7. Meine Schwester macht das genau so. Das erklärt wohl, weswegen sie trotz hoher Intelligenz "nur" einen Hauptschulabschluss hat, keine Ausbildung und sich jetzt zuhause als Hausfrau und Mutter "entfaltet" - wobei man ihr genau anmerkt, dass es sie nicht glücklich macht. Aber dort ist die größte Katastrophe, die ihr passieren könnte, das Anbrennen des Abendessens...

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    1. Ja das ist echt traurig, ABER wer weiß, was sich da noch ändern wird. Ich habe ja auch endlich einen Rappel bekommen...man weiß also nie! <3 Mimi

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  8. Ach, die liebe Perfektion... und die Angst... vor allem, vorm Leben... es ist schon schade, das wir heutzutage viel mehr Möglichkeiten haben als die Genereationen vor uns, aber durch diese vielen Möglichkeiten muss man sich auch immer öfter entscheiden, und da kommt dann wieder die Angst vor der richitgen Entscheidung ins Spiel... ich verstehe gut wie es dir geht (wenn ich auch eher in der anderen Liga spiele und immer zu viel mache und Angst hab nicht genug zu machen/schaffen)! Fühl dich gedrückt!!

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    1. Hi Uli, ahhh ich schau so oft bei dir vorbei und hinterlasse fast nie einen Kommentar, weil ich so ins lesen und schaun (die Bilder!!!) :D so abdrifte...(nur mal so am Rande) Vielen Dank für deinen Kommentar. Und du hast Recht: die vielen Möglichkeiten sind auch so etwas Mitschuld an der ganzen Angst. Entscheide ich mich richtig??? Aber ich werde das meistern! Das weiß ich! Liebe Grüße, Mimi

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  9. Ich habe meine Dämonen mittlerweile bezwungen und muss nur noch ab und zu ein wenig mit ihnen ringen, dass sie unten bleiben. Es erging mir ähnlich wie dir. Ich habe lange studiert, voller angst, was danach kommt, nicht gut genug zu sein... Habe mein Praxissemester rausgezögert, da könnte ja rauskommen, dass mein Beruf nix für mich ist. Ich hab die Diplomarbeit rausgezögert, ich könnte das ja alles nicht schaffen und an der letzten Hürde scheitern.
    Ich habe nur larifari Bewerbungen geschrieben, zu groß war die Angst, vor der Arbeitswelt.
    Ich habe mich letztlich allem gestellt.
    Und gesiegt.

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    1. Danke!!! Das gibt mir Mut!!! Ich werde auch noch siegen :) Liebe Grüße <3 Mimi

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  10. Mir geht es auch so wie dir. Ich schiebe Dinge auch auf. Vor allem macht sich das im Haushalt bemerkbar, was auch oft zu Streit mit meinem Mann führt :-(. Wenn ich loslege, will ich direkt alles auf einmal machen. Wenn ich weiß, dass ich nicht fertig werde (z.B. alle Fenster zu putzen) dann fange ich gar nicht erst an. Das ist natürlich total dämlich.

    Von daher kann ich euch alle sehr gut verstehen.

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    1. Ja, das kennen wir wohl auch alle. Es fällt so schwer arbeiten in Schritte zu unterteilen und dann so heran zu gehen....hmm...aber wie gesagt: Ich bin mir sicher!!! Wir werden das noch meistern!!! <3 mimi

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Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, den Beitrag zu kommentieren! Bis Bald! Mimi :)