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"Da macht ihr es Euch aber ein bisschen einfach..."


„Da macht ihr es Euch aber ein bisschen einfach.“ Komisch, dass ich diesen Satz nie vergessen habe.

Das sollte die Antwort eines Freundes sein, als meine liebe Freundin Ms. K und ich mit süßen grün-schnabligen 23 behaupteten: „Leben ist ein Prozess.“ Eine nicht gerade neue Erkenntnis, aber uns hat sie trotzdem "geflashed" (ja, so nannten wir coole Momente). „Um diesen Prozess interessant zu gestalten braucht man Mut. Ob man aus Mut oder Angst handelt, kann den Unterschied machen, was man für ein Mensch ist und wie man lebt.“ So klangen die Themen die wir nächtelang mit Becks und Gauloises in Ms. K´s Küche ausdiskutierten.

10 Jahre später sitzen wir in einer anderen Küche, haben den Zigaretten winkend Adieu zugerufen und Becks gegen Ingwertee eingetauscht.

Über Gott und die Welt diskutieren wir aber immer noch. Bei mir ist in den letzten Wochen viel aufgebrochen, was die unterschiedlichsten Gründe hat. Ich bin dankbar für eine Freundin und die Gespräche, die es mir möglich machen, diesen Schmerz konstruktiv zu durchleben. Es wurde mir klar, dass die innerliche Veränderung nun auch nach einer äußerlichen Änderung verlangt.

Wenn man den ersten Schritt macht, die Entscheidung trifft, sich von einer Gewohnheit oder Abhängigkeit zu beFREIen, kommen mehr Dinge in Gang, als man zuvor dachte. An alten Dingen anzuhaften, die nicht mehr dienen, fühlt sich im nachhinein an, als hätte ich lange die Luft angehalten, zu lange...

Tu es: 

Atme ganz tief ein!
 
Halt die Luft an...

Und noch ein bißchen...

Und weiter... 

Wie fühlt sich das an, die Luft anzuhalten? 

Es fließt keine Energie mehr. 


Hast Du schon ausgeatmet? Nein? Dann atme jetzt aus!

So fühlt sich BeFREIung an. Das kann ein Loslösen von Zigaretten, von einem Job, aber auch von einem negativen Menschen sein.

Ich habe heute seit 50 Tagen keine Zigarette geraucht und keinen Tropfen Alkohol getrunken. Mit Alkohol hatte ich nicht so ein riesiges Problem, außer dass er meine Versuchung zurück zu Kippe sein könnte. Deshalb musste ich mich auch zunächst von ihm verabschieden.

Ich habe schon zwei Mal aufgehört zu rauchen und es war beide Male nicht nur die reinste Qual, sondern hat es keine Minute gedauert, dass ich nach zwei Gläsern Wein förmlich nach einer Zigarette gebettelt habe. Damals war ich noch nicht bereit mich wirklich für immer von der Zigarette zu verabschieden und die „Scheidung“ auch bis in alle Ewigkeiten durchzuziehen.
Es hat sich immer schon von Anfang an, wie nur eine Trennung auf Zeit angefühlt. Nur war das dieses Mal anders. "Ich mache mit Dir schluss!", habe ich laut bei meinem letzten Zug gesagt. "Und Du bist nur der Anfang! Die Köpfe der negativen Gedanken und Gewohnheiten werden rollen und es wird Platz für neue positive Dinge gemacht." Zu lange steckte ich fest in meiner kleinen komfortablen Zone. Und was habe ich beim Laufen gerlernt? Ja, richtig! Das Leben beginnt genau am Ende dieser Zone. Den Mut und die Entschlossenheit zu dem "bißchen Extra" kann den Unterschied machen.  Da erscheinen Herr Stolz und Frau Glücksgefühl.

Es scheint dort draußen aber erst Mal keinen Mantel zu geben, der mich so wärmt, wie dieses alte ausgfranste, aber gemütliche Ding. Es ist harte Arbeit sich davon zu lösen und diesen in die Altkleidersammlung zu geben.

Ich habe Angst, weil ich nicht weiß, wo mich der BeFREIungsakt hinführen wird.

Aber die bittere Erkenntnis, dass ich in den letzten 10 Jahren kaum Mut bewiesen habe und mich in jeder Hinsicht von der Angst leiten gelassen habe, treibt mich an...

„Ob man aus Mut oder Angst handelt, macht oft den entscheidenden Unterschied!“

Nur hat mir damals der Handwerkskoffer der „innerlichen Hilfsmittel“ gefehlt, um das alles auch in die Tat umzusetzen und die immer wiederkehrende Angst zu überwinden. Wenn ich zurück denke, muss ich traurig feststellen, dass bei Ereignissen in Liebe, Leben und Leidenschaften immer Angst mein größter Motor war. Die Momente in denen ich mit mutigem Herz und Verstand gehandelt habe, dagegen sind rar gestreut....

Um das zu ändern, muss ich mich gerade von einigen Gedanken und Mustern verabschieden. Rauchen war der Anfang, ein Babyschritt auf einem langen Weg, der Beginn einer neuen Reise sein soll, die vielleicht zu einem Abenteuer werden kann.

Mit süßen und grün-schnabligen 32 packe ich meinen Koffer und nehme mit: Mut, Liebe und Happydancing...

Angst oder Mut? Was begleitet Dich mehr durch den Alltag? Und was nimmst Du mit auf Deine nächste Reise? :)


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Kommentare

  1. Was für ein schöner Post. Allerdings unterscheidet sich meine Sichtweise wohl etwas von deiner. Ich stelle mir nie die Frage: Angst oder Mut, sondern eben weil ich ein ängstlicher Mensch bin steht immer am Anfang die Angst und dann kommt der Mut. In einer Situation zu bleiben, die Angst macht, steht nicht zur Diskussion. Aber wahrer Mut kann doch nur in Erscheinung treten, wenn vorher Angst da war, oder?
    Ich hatte viel Angst - und war sehr mutig. Das Leben macht mutig einfach viel mehr Spaß, vielleicht hilft es dir, es so zu sehen. Ausserdem ist es ja auch immer eine Frage der Definition, vielleicht würde ich oder jemand anderes dein Leben als sehr mutig bewerten, nur DU tust es nicht?
    Ich war mutig, als ich meine zweite Tochter daheim entbunden habe, als ich mich entschied, vegan zu leben, als ich meinen Traummann geheiratet habe. Ich liebe es, mutig zu sein, es macht glücklich. "Wenn du versuchst, kannst du scheitern, aber wenn du es nie versuchst bist du schon gescheitert!"
    Wünsche dir das Beste und viele Grüße von Nina

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    1. hehe das stimmt auf jeden Fall, dass Mut est aus Angst entstehen kann. Und die Angst ist oft da und sehr natürlich. Ich glaube, dass es mir wikrlich am meisten, um diesen Moment der Entescheidung geht. Zu oft bleibe ich da in meiner Angst und da ist sie leider nie positiv :/ Und es geht glaub ich ja, um das Gefühl. Man weiß ja ob es Angst es ist oder nicht. Situation können natürlich subjsektiv sein, aber wenn ich selbst weiß, dass ich aus Angst handle?... "Mutig sein macht glücklich" schön geschrieben...Vielen Dank für Deinen Beitrag (ich freu mich darüber immer riesig) :) Liebe Grüße, Mimi

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  2. Du hast keine Ahnung, wie sehr Du mir gerade aus dem Herzen sprichst. Leider hast Du mir aber auch die Augen geöffnet, dass ich ganz schön feige bin....

    Trotzdem vielen Dank, toller Blog, freu mich immer Abends im Bett über eine neuen Post...

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    1. Danke Dir...Die Augen zu öffnen ist aber immer der erste Schritt, um Dinge zu ändern...lass uns mutig sein :) Liee Grüße, Mimi

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