Laufen - und der Kampf meiner Gedanken

By Mimi - November 11, 2012

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Happy Sunday, ihr Lieben,

letzten Sonntag bin ich mit der Intention, mal endlich wieder 10 km zu schaffen, losgejogged und musste durch einen Beinschmerz leider schon nach 2 km umkehren.
Auf Rat meiner lieben Twitterfreunde habe ich das Laufen dann für ein paar Tage an den Nagel gehängt.

In den letzten zwei Wochen habe ich einige emails und Kommentare bezüglich meiner Laufmotivation bekommen, wie ich es geschafft habe von "Nichtläufer" und "Vielraucher" dahin zu gelangen, dass mir das Laufen so viel Spaß macht und wie ich mich immer wieder motiviere mit dem Laufen weiter zu machen.

Es ist nicht immer leicht. Es macht nicht immer Spaß. Aber ich weiß, dass es sich lohnt!

Hier ein paar Gedanken, während meines Laufes heute. Es ist ein einziges Hin und Her. Kampf und pure Freude, Kampf und pure Freude,...

km 00,0: Yes, heute werde ich auf jeden Fall 10 km Laufen und am besten U60. Das habe ich noch nie geschafft, aber ich will unbedingt dieses Erfolgserlebnis. HEUTE!

km 00,5: Scheiß Ampeln! Machen mir immer meine Zeit kaputt!

km 01,0: Vielleicht doch nur die 6km Runde heute? Meine Beine sind so schlapp. Ich fühle mich irgendwie nicht so gut.

km 02,0: 10 Uhr am Sonntag, himmlisches Wetter und ich laufe. Fühlt sich gut an.

km 03,0: Wow! 3 km in 17 Minuten und 15 Sekunden. Ich mache auf jeden Fall die U60 heute :)

km 04,0: Bin kurz vorm Nervenzusammenbruch, wenn ich darüber nachdenke, dass ich jetzt auf jeden Fall auf der anderen Rheinseite zurück muss...komme was wolle. Von nun an gibt es kein zurück. Jetzt muss ich die 10 km machen, die Frage ist nur laufend oder gehend...

km 04,5: Dieser Brückenaufstieg ist jedes Mal die Hölle.

km 04,7: Lieber Gott, willst du mich veräppeln? "Brücke auf dieser Seite gesperrt. Fußgänger bitte die andere Brückenseite benutzen!" Wirklich, jetzt? Oh nein...es ist wahr. Ich muss zurück und auf der anderen Seite hoch.

km 04,9: U60 ist gestorben. Das Ganze hat mich jetzt mindestens 5 Minuten gekostet.

km 05,0: Brückenaufstieg die Zweite! Egal, gut für den Popo :)

km 05,9: Nein, ich lasse mich nicht von dem Pärchen beeindrucken, die hier gerade einen "Wer ist schneller" Überholwettkampf mit mir machen wollen.

km 06,2: Okay, ich laufe jetzt einfach ganz schnell an den Beiden vorbei, weil ich keinen Bock mehr darauf habe. Bye-bye

km 06,5: Wann sagt runstastic endlich 7km???? WWAAAAANNNN???

km 06,7: Buah nee bei 8 km höre ich heute auf. Anstrengend.

km 07,0: ENDLICH 7 km. Mir kommen die Tränen! Ich weiß zwar nicht gegen wen und was ich hier immer einen Kampf veranstalte. Es ist hart, aber ich gewinne. Es ist HART, aber ich gewinne! Laufen ist super. Das ist der Punkt an dem es anfängt interessant zu werden. Hier ist es. Die "Comfort-zone" ist zu Ende. Glück kommt. Leben beginnt. Mein Motto: Life begins at the end of your comfort-zone.

km 07,4: Die Sonne kommt hervor. Die erste kleine Belohnung vom lieben Gott.

km 07,8: Wann sagt runtastic 8 km???? WAAAAAN?

km 08,0: Endlich. Wieder Tränen, weil ich weiter laufe und nicht aufhöre. Die letzten beiden Km schaffe ich jetzt auch noch.

km 08,5: Auf solchen Läufen verarbeite ich immer was. Aber ich kann es heute nicht greifen. Aber irgendetwas ist gezogen. Bye-bye komisches Gefühl, Angst, Schweinehund, was auch immer es war. Good-bye.

km 09,0: Yeah noch einer! Jeder Tag an dem ich laufe, ist einfach besser, als die Tage an denen ich nicht laufe.  Außerdem bin ich ich. Ich bin authentisch. Ich bin ein "gutes ich" und ich bin es gerne. Und genau diese Erfahrung motiviert mich, immer und immer wieder.... Ich liebe Laufen.

km 09,4: Noch ein Mal alles geben...

km 10,0: Geschafft!!! Ich bin glücklich. Die Sonne scheint. Wundervoll.


Halbe Stunde später: Warum fühlt sich mein Körper so müde an? So krass war das jetzt auch nicht. Andere laufen jeden Tag 10 km. Körper, Du hast das zwar gut gemacht, stell dich aber trotzdem jetzt nicht so an.

Eine Stunde Später:
Der Freunde meiner Mitbewohnerin: Wie weit bist Du heute gelaufen?
Mimi: 10 km
Der Freunde meiner Mitbewohnerin: Das ist aber schon ganz schön weit. WOW!
Mimi: Naja....

Zwei Stunden später: Ja, es ist Sonntag Mittag und ich bin 10 km gelaufen. Ich bin stolz! Mir geht es gut...


Meine Gedanken sind immer ein reines Hin und Her, immer zwischen Kampf und Freude. Es wird nicht leicht, aber es wird leichter....und die Erfolgserlebnisse werden schöner. 

Wie geht es Euch mit dem Sport???? Welche Gedanken habt ihr? Ist es ein Kampf oder pure Freude? Ein Wechselbad der Gefühle?

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14 Kommentare

  1. Schön geschrieben! Wünsche Dir weiterhin solche Lauferfolge! :-)

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    1. Danke Manu! Hoffentlich laufen wir bald mal wieder irgendwo gemeinsam :) Lieb grüße, Mimi

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  2. Bei Wettkämpfen ist es ganz extrem mit solchen Gefühlen. Vor allem, wenn nix geht und man nur noch durchgereicht wird, finde ich. Typischer Gedanke beim Wettkampf ist, nach etwa 3 km "warum tu ich mir das überhaupt an". Da ist dann die erste Puste raus und man ist trotzdem noch nicht so richtig drin - kleiner Einbruch. Aber das kann nach 5 km dann urplötzlich umschlagen und auf einmal rennt man nur noch allen davon - geil!

    Wenn man völlig fertig ins Ziel kommt, denkt man schon mal "nie wieder", vor allem bei Mittelstreckenwettkämpfen, weil die Anstrengung furchtbar hart ist, genauso wie die körperlichen Symptome kurz danach.

    Aber insgesamt geht es einfach nicht ohne laufen!
    Und irgendwann kommt der Punkt, an dem man wirklich gerne läuft und merkt, jetzt ist man Läufer/in. Man läuft locker und leicht. Hat bei mir allerdings fast 10 Jahre gedauert.

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    1. Ja, am Ende lohnt es sich immer!!! :)))) Und (ich kann da auf jeden Fall von mir sprechen) bei jeder Kampf beim Laufen ist eher produktiv und man lässt etwas ziehen, was man sonst mit sich rumschleppen würde.
      Liebe Grüße, Mimi <3

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  3. Oh, dieses Gefühls-Auf und Ab kenne ich nur allzu gut. Besonders bei Tempo- oder Intervallläufen denke ich mir oft zwischendurch, dass ich stehenbleibe oder einfach nur weitergehe weil ich einfach so aus der Puste komme. Irgendwie mach ich es dann doch nie und freue mich am Ende umso mehr, wenn ich "es" wieder geschafft habe. Schön, dass du letztendlich doch so ein tolles Lauferlebnis hattest :-)

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    1. Jedes Mal ein neuer Kampf und danach: Glücksgefühle und Zufriedenheit :))) Liebe Grüße, Mimi <3

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  4. km 01: Los los los! Laufen! Yeah!

    km 02-03: nicht so schnell, langsamer! Sonst ist gleich alles vorbei, verdammt, mach l.a.n.g.s.a.m.!

    km 04-06: ich hasse laufen, das ist anstrengend, verdammter Gegenwind, ich könnte da vorne abkürzen und nach Hause! --- Aufgeben ist keine Option, lieber kriechen als stehen bleiben, reiß dich zusammen --- aber ich will stehen bleiben, ich hasse das hier, boooahh!

    km 07-10: Groove gefunden. Jetzt machts Spaß, ich liebe laufen! Überholen, schneller, jaaa!

    km 10-...: wo gehts bitte endlich nach Hause, jetzt reichts aber langsam...

    ;)

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  5. kenne ich so gut :D hahaha
    zitat:
    "Hör doch auf. Du kannst eh nicht mehr!"
    "Doch ich kann noch!"
    "Stell dir vor wie schön es ist jetzt einfach aufzuhören und die Runde zu gehen! mmmmh"
    "Nein! Ich schaffe die Runde! Eins..zwei...eins..zwei...!"
    So ging es hin und her, bis ich die Runde tatsächlich geschafft habe.

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    1. hehe was bei einem Intervalltrainig in meinem Kopf los ist, hebe ich mir für ein ander Mal auf...:D ist noch nicht für die Öffentlichkeit gemacht ;) Liebe Grüße, Mimi <3

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  6. hihi, das erinnert mich an meinen 21km bericht :) bin samstag auch 10km gelaufen und habe lustigerweise über recht wenig nachgedacht, außer, dass ich mich beeilen muss, weil die sonne untergeht :D
    ohje und über meine gedanken beim intervalltraining mag ich auch nicht nachdenken !!

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  7. Momentan ist es ein purer Kampf. Ich weiß, es wird mir gut tun, aber mehr als 3km bekomme ich momentan, vom Kopf nicht hin. Der Körper so schwer, die Luft so kalt und brennt in den Lungen...
    Ich weiß, ich sollte mir gleich die Laufschuhe schnappen und losziehen, ich bin beruflich gerade sehr angeschlagen und kurz vorm zusammenbruch (hört sich irgendwie doof an, aber fühlt sich so an...) und gerad deswegen sollte ich raus. Mal schauen, ob ich es schaffe

    Hier kommt ihr zu meinem Blog

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  8. Hm.. Diese Zwiegespräche mit dem Schweinehund, das ist schon so ein Thema für sich. Zur Zeit gewinnt der Hund doch häufiger als er sollte. Aber wenn ich dann einmal auf der Strecke bin ist er meist sehr ruhig. Ausser bei Wettkämpfen, da kommt dann doch das ein oder andere Mal diese innere Stimmer hervor und brüllt einen förmlich an: "Warum machst du das überhaupt" und ich dann so "Weil ich es kann!!!" und im Ziel dann alle so "Yeah!!!" :-)

    In diesem Sinne

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  9. Haha! Danke für die gute Unterhaltung mit deinem läuferischen Zwiegespräch. ;)

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Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, den Beitrag zu kommentieren! Bis Bald! Mimi :)