Keine Diskussion!!!

Mein Blog erzählt eine Geschichte, meine Geschichte. Und meine Geschichte hat im Jahr 2012 extreme Höhen und Tiefen gehabt. Im Januar, Februar und März diesen Jahres war ich auf einem Höhenflug. Es viel mir nicht schwer Sonntags meine 15 km Runden zu laufen und während ich "clean, cleaner, am cleansten" gegessen habe, sind die Pfunde nur so gepurzelt. Zeitweise wog ich 58 kg und war nur 4 kg von meinem Zielgewicht entfernt. 

Aber Geschichten sind Geschichten, weil dann auch Dinge passieren, mit denen man nicht gerechnet hat. Gerade wenn man sich an eine Situation im Leben gewöhnt hat und man sich zurück lehnt, um zu genießen, dass alles bestens und noch viel besser ist, da passieren auf einmal diese Sachen, die einen wieder komplett durcheinander bringen. 

Bei mir sollte es dieses Mal ein Mann sein. Gerade auf der Höhe meines neu-entdeckten Healthy-Living-Trip traf ich einen Mann, der mich so um den Finger wickelte, dass ich meine Abende lieber mit ihm und einer Flasche Wein verbrachte, als ins Fitness-Studio zu gehen. Das ist auch alles gar nicht so schlimm. Da wird schnell klar, was das wichtigste, aber auch gleichzeitig das Schwierigste ist: Balance zu finden. Die Umstände waren alle nicht so toll, um eine gut funktionierende liebevolle Partnerschaft aufzubauen und mit diesem schönem Gefühl dann meinen neu entdeckten Lifestyle zu befolgen. Ich rauchte, trank Wein und von Clean Eating war auch nicht mehr viel zu sehen und zu fühlen. 

5 Monate später, saß ich verlassen mit Wein, Zigaretten und 62,8 kg auf der Waage am Esszimmertisch. Um 15 km am Stück zu laufen hatte ich keine Kraft. Ich war traurig, nicht weil der Mann weg war (das weiß ich aber erst im nachhinein), sondern weil Dinge in mir aufgebrochen sind und mir schlagartig klar wurde, was da innerlich noch alles abgearbeitet werden muss. Zuerst tat die Realisierung so weh, dass lieber Mist aß, Wein trank und Kippen rauchte, um die Schmerzen zu verdrängen. Das ging eine ganze Weile so.

Aber irgendwann wird es Zeit aufzustehen, um eine Entscheidung zu treffen. "Ich will wieder Laufen, ich will mich wieder fit fühlen." Das waren meine einzigen Gedanken. Ich wusste, dass ich ein harter Weg vor mir lag, denn ich bin ihn ja 1 Jahr zuvor schon einmal gegangen. Um es meinen neuen Laufanfängen zu erleichtern, war ganz klar: RAUCHSTOP. Aber wie?

Es schien nicht gerade die beste Zeit dafür zu sein. Zu viele Stressfaktoren waren gerade in meinem Leben vorhanden. Aber ich wollte, unbedingt, denn ich wusste das mir ein Rauchstop wieder viele Healthy-Living-Türen öffnen würde. 

In der Vergangenheit hatte ich schon zwei Versuche gestartet, welche beide unter Alkoholeinfluss gescheitert sind. Zwei Gläser Wein lassen mich nach Zigaretten schreib, wie ein Durstiger nach Wasser in der Wüste. Und so war mir klar. Wenn ich wirklich aufhören möchte zu rauchen, heißt es auch erst Mal: Alkoholstop und das für eine laaaaange Zeit :/

Meine Gefühle waren geteilt. Nicht das ich mengenweise Alkohol getrunken habe, aber hier und da mein Glas Rotwein am Abend, verbunden mit der "Lucky Strike in blau - ohne Zusätze" dienten auf jeden Fall zu meiner abendlichen Entspannung. Beides auf einmal weg?

JA! Die beste Entscheidung, die ich seit vielen Jahren getroffen habe. 

Es sind nun zwei Monate vergangen und mir ist es kaum schwer gefallen. Wenn ich im nachhinein den Gewinn mit den kurzen Momenten voller Gedanken über Zigaretten und Wein vergleiche, dann fasse ich es nicht, dass ich diese Entscheidung nicht schon früher getroffen habe. 

Aber was hat dieses Mal den Unterschied gemacht? Und warum ist es mir dieses Mal (bis auf die ersten drei Tage) so extrem leicht gefallen, mit dem rauchen aufzuhören?

Die Antwort ist einfach: Es gab keine Diskussion!!!!


Die letzten beiden Male habe ich unendlich viel Energie damit verschwendet in meinem Kopf zu diskutieren. Gedanken wie: "Nur ein Zug, nur eine Kippe, du kannst auch morgen aufhören, heute ist kein guter Tag zum aufhören, so schlimm ist rauchen auch nicht," haben mich in den Wahnsinn getrieben, bis dann irgendwann die große Erlösung kam, als ich nach einem Glas Wein genüsslich an einer Zigarette saugte. 

Aber da es dieses Mal "KEINE DISKUSSION" gab, waren auch die Gedanken verschwunden. 

Die Psyche ist ein interessantes "DING". Da kämpfe ich jahrelang gegen dieses ekelhaftes Laster und nur weil ich irgendwann dann sage, dass es keine Diskussion mehr gibt, klappt es mit dem aufhören. Und nicht nur das aufhören klappt, sondern es fällt mir sogar noch fast leicht. Ich fühle mich wie jemand, der noch nie geraucht hat und die Identifikation von Mimi und Kippe = Besties is WEG, ausgelöscht.  


An Tag 100 werde ich noch mal einen ausführlicheren Post über meinen Weg zum Nichtraucher schreiben und warum ich wohl erst Mal dabei bleiben werde gar keinen Alkohol zu trinken wird auch noch ausführlich beschrieben, denn auch das hat interessante Erkenntnisse in mir hervorgerufen. 

Aber heute wollte ich einfach kurz erwähnen, dass KEINE DISKUSSION meine neue Lieblingsmethode ist, denn man kann das auf viele andere Dinge im Leben übertragen.

Probiert es auch! Welche Dinge wollt ihr seit langem verändern? Sagt Euch: Ich mache das jetzt anders und es gibt keine Diskussion. Kein Ausweichen, keine Ausnahme und vor allem: KEINE DISKUSSION :)



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1 Kommentar:

  1. Ja das stimmt... so gehts mir momentan mit dem Sport, dass ich immer mal wieder mit mir diskutiere. "Es regnet, geh lieber morgen." Am nächsten Tag regnet es auch... dann gehe ich wieder nicht. Gestern hat es bei uns geschneit und ich habe einfach die Laufschuhe angezogen und bin losgelaufen. Und es war unglaublich toll!

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