mal etwas anderes...

By Mimi - August 03, 2013

In den letzten Wochen hatte ich vor allem mit einer Sache in meinem Leben zu kämpfen, von der ich dachte, dass ich sie sehr bereue. Der Gedanke, dass es so war, wie es war, hat mich teilweise richtig gequält und immer wieder habe ich mir eine Zeitmaschine gewünscht, mit der ich in die Vergangenheit fliegen kann, um die Situation rückgängig zu machen.
Als ich mich eben durch das Internet klickte, bin ich auf die Seite von TED gestoßen. Die Seite fand ich schon vor Jahren toll, habe aber in den letzten Monaten gar nicht mehr dort nach inspirierenden Videos geschaut. Auch wenn ich gerade an einem Applecomputer sitze mit dem ich diese Zeilen tippe und mit einem iphone dabei Musik höre, habe ich mir noch nie etwas von Steve Jobs angeschaut. Aber eben habe ich mir die Rede angeschaut, die er für College-Graduates von der Stanford University in 2011 gehalten hat. Er sagte dabei viele inspiriende Worte, aber eine Sache hat mich irgendwie aufgerüttelt und ich begann zu denken…

Wenn man alle Dinge, die man bisher im Leben so getan hat, mit dem Wissen betrachtet, dass man irgendwann mal stirbt, dann wird auf einmal vieles so klein und anderes so groß in Bedeutung.

Der Satz, dass man mehr bereut was man nicht getan hat, als die Dinge, die man getan hat und mit denen man auf die Schnauze gefallen ist, fühlte sich auf einmal so wahr an. Und auf einmal fühlten sich einige Dinge, über die ich immer in Reue gedacht habe so anders an. "Würdest Du diese wirklich missen wollen???" Nein!!! Die Antwort ist klar und einfach und kommt schnell! NEIN!!! Die meisten Dinge waren genau so richtig und das auch noch zum richtigen Zeitpunkt, so wie sie waren. Mehr noch: Wenn ich alle zusammen zähle, dann will ich sie nicht missen, egal wie viel Schmerz ich manchmal gefühlt habe…

Das Leben ist ein Prozess. Oft ist dieser Prozess langweilig. Man steht auf, isst das selbe Frühstück, geht zur Arbeit und nimmt dort Dinge für extrem wichtig, die in der Realität im wahren Inneren nur an der Oberfläche des Lebens kratzen und dazu dienen ein gesichertes Einkommen zu haben. Und ja, das ist auch wichtig, denn das dient wieder dazu, dass man genug Kapazitäten hat, sich die Zeit um die Arbeit herum schön und sicher gestalten zu können.

Es ist immer wieder das Selbe Klischee und man kann es ständig hören und lesen: Genieße jeden Moment Deines Lebens. Jeder ist genau so gut, wie er da ist. Es ist ein Moment und genau dieser Moment ist so besonders, denn den kannst nur Du erleben. Nur Du kannst Deine Worte sprechen, nur Du kannst Deine Gefühle fühlen, nur Du kannst die Sonne und den Regen auf Deiner Haut spüren. Nur Du kannst das Lächeln mit einem weiteren Menschen austauschen. Das einzige, was Ende wirklich übrig bleibt, ist wie man sich jedem dieser einzigen und besonderen Momenten, die man geschenkt bekommen hat, hingibt und sich mit ihm verbindet, ihn zulassen genau so wie er ist und ihn genau so zu erLEBEN. So viele schlaue und weise Menschen versuchen das uns, den Menschen, die gefangen sind in Sorgen, Arbeit, Selbsthass und allen möglichen Problemen immer wieder Nahe zu bringen. Ich bin ein Mensch (und auch Du, wenn Du das liesst), der im Gegensatz zu vielen anderen Milliarden Menschen in jeder Sekunde meines Lebens dafür dankbar sein sollte, dass ich in einem freien Land leben darf und in dem ich die Möglichkeit habe, ohne die Sorge zu leben, dass mein Leben mir durch Krieg und Hunger genommen werden kann. Ein Mensch der dankbar dafür sein sollte, dass ich ein Dach über den Kopf habe und mir die Möglichkeit gegeben ist auch noch mich und meine Kreativität zu verwirklichen.

Und trotzdem sitze ich oft hier und hadere über Momente, die da waren, die aber an sich nicht schlecht waren. Der Moment an sich war gut und nur was mein Kopf und meine Gedankenwelt daraus machen, dass ist das, was sich schlecht anfühlt. Und während ich das tue, verpasse ich die vielen anderen schönen Momenten, die mir zu Füßen liegen, die ich aber nicht beachte.

Es ist so einfach und doch so schwer: Lebe den Moment!

Und wie heißt es in meinem Lieblingsmusical Rent: forget regrets or life is yours to miss…

sorry, mal etwas ganz anderes, aber hatte gerade einen "Moment-flash" :)))

Alles Liebe!



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2 Kommentare

  1. Liebe Mimi,

    was für ein schöner Post. Du hast recht, oft sind es die eigenen Gedanken, die etwas negativ erscheinen lassen. Bzw. fast immer. Da muss ich auch dran arbeiten!

    Steve Jobs Rede hat mich zu Tränen gerührt. Ich kann dir auch sehr die Rede von J.K. Rowling empfehlen! Auch da hab ich geheult ;)

    Liebe Grüße,
    Lisa

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    1. Danke liebe Lisa :))) Werde mir definitiv J.K. Rowling Videos gönnen..;))) Danke! Mimi :)

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Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, den Beitrag zu kommentieren! Bis Bald! Mimi :)