Clean gegen emotional Eating ?- langfristig zählt mehr!

Tag 6 meiner Juice-Detox geht zu Ende und während es mir körperlich fantastisch geht, kommen Emotionen hoch, die ich in den letzten Monaten mit Bravour verdrängt habe. Die ganze Woche lang,  habe ich zwar gut geschlafen, jedoch erlebte ich in meinen Träumen Erinnerungen, von denen ich schon gar nicht mehr wußte, dass ich sie hatte.

Es ist manchmal nicht einfach der Wahrheit ins Auge zu blicken. Klar haben mich Menschen in meinem Umfeld hier und da aufmerksam gemacht, dass ich zugenommen habe. Aber wenn man es nicht hören will, da man den Schmerz der Wahrheit nicht ertragen möchte, dann hilft das in den Momenten überhaupt nicht weiter. Ganz im Gegenteil, es macht alles nur noch schlimmer. Man muss schon selbst dazu bereit sein, die inneren Dämonen besiegen zu wollen. Man selbst muss an den Punkt kommen, um zu sagen "jetzt reichts", ich muss etwas verändern.

Trotzdem war ich nicht blind, wenn ich in den Spiegel schaute und auch nicht, wenn ich mich auf Fotos betrachtete. Vor einigen Wochen war ich mit einer Freundin auf einem Reiterhof. Über meine ersten positiven Erfahrungen auf dem Rücken der Pferde habe ich schon berichtet, jedoch nicht über das Gefühl, was ein Foto in mir auslöste. Außerdem habe ich gemerkt, dass meine "Fett-Klamotten" langsam eng werden und das war wirklich ein Zeichen für mich, dass ich nun dringend aus der Mühle heraus muss. Trotzdem habe ich mich seit Wochen nicht getraut, mich auf die Waage zu stellen.

Ich habe einfach versucht, dass, was ich eigentlich eh wußte zu verdrängen. Mein Bein und der gereizte/entzündete Nerv war eine wunderbare Ausrede dafür keinen Sport zu machen. Ein stressiger Arbeitsalltag hielt mich davon ab gesunde, regelmäßige Mahlzeiten zu essen. Und ja ich habe die letzten Monate zwar nicht so schlecht gegessen, wie es vielleicht der ein oder andere tut, aber gesund hin oder her, man kann auch "binge eating" mit clean eating betreiben. Dazu kommt dann noch das ein oder andere Glas Rotwein, die unbewußten Sachen, die man doch, wenn man nicht offiziell "on plan" ist, hinunter schlingt und BOOM... da ist man auf einmal da, wo man nie mehr sein wollte. Und was soll ich sagen: In meinen eigenen Blogposts von vor zwei Jahren, kann ich es doch selber nachlesen: Frühstück ist wichtig, geregelte Mahlzeiten sind wichtig, PORTIONSGRÖSSEN sind wichtig, Sport ist wichtig und vor allem eins "seinen eigenen Körper und seine Geschichte zu kennen".  

In den letzten Tagen, habe ich sehr viel gelesen. Zum einen nahm ich das Buch "Intuitive eating" (was es auch nun endlich in deutsch gibt!!!) , worüber ich vor zwei Jahren schon einmal einen Blogpost geschrieben habe, aus meinem Bücherregal. In dem Buch sind wirklich tolle Tipps gegeben, wie man mit der emotionalen Seite des Ganzen wieder in Einklang kommt. Die Kapitel habe ich mir noch mal zur Brust genommen.

In den letzten Monaten hatte ich sehr mit dem "Warum" zu kämpfen. Warum habe ich meinen Lifestyle nicht halten können? Warum  bin ich nicht besser mit mir und meinen Gefühlen umgegangen? Warum habe ich das alles wieder so kommen gelassen, wo es mir doch so gut ging? Warum, warum, warum???

Schuldgefühle, Scham, Selbstvorwürfe, Selbstzweifel, ein Hin und Her irgendwo dazwischen und der Versuch das alles zu verdrängen.  Und mit meiner spirituell angehauchten Ader komme ich zu dem Fazit, dass fast alles seinen Sinn hat, auch das. Und wenn es nur der ist, dass ich gerade diesen Post schreibe und jemand, der durch eine ähnliche Phase geht, sich nicht so alleine fühlt.



Der Juice-detox hat mir nun genau das gebracht, was ich wollte. Viel an Gewicht verlieren, war dabei nicht mein Ziel. Auch wenn die ersten Tage der Fastenkur hart waren, wäre das wohl der einfachere Weg. Ich wähle aber wieder Clean Eating und Sport...das hat ja schon einmal gut funktioniert :)))

Und dieses Mal setze ich mich aber auch mit den anderen Dingen auseinander: Gefühle, Stress, Gewohnheiten und Co, denn die waren es, die mir im letzten Jahr wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.

Die Juicefast werde ich dann mit dem morgigen Tag beenden. Ich kann sie von Herzen nur empfehlen, denn so ein 5 bis 10 Tages Reboot kann Türen in ein gesünderes Leben öffnen, die vorher verschlossen schienen.


Kommentare:

  1. Wow, da hat sich bei dir ja einiges getan in den letzten Tagen!
    Ich habe am Wochenende auch wieder Intuitive Eating aufgeschlagen und möchte es dieses Mal richtig lesen. Als ich mir das Buch gekauft hatte, war ich ja davon überzeugt, dass ich schon der perfekte Intuitive Eater bin - tja, falsch gedacht. Da gibt es noch einiges, mit dem ich aufräumen muss.

    Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest, der für dich genau der richtige ist!

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Mimi,

    ich lese dich seit einiger Zeit still. Es hört sich ganz stark danach an, als suchtest du einen Ausgleich für dein Inneres, der sich dann als Ausdruck in deinem Äußeren niederschlagen soll. Ich halte diesen Ansatz für sehr sinnvoll. Dass du unter deiner Gewichtszunahme etwas leidest kann ich sehr gut nachempfinden, das würde mir ebenso gehen. Ich kenne dich ja nicht und kann aufgrund des Gelesenen nicht einschätzen, wie stark dein Temperament ist. Da du aber auch eine Läuferin wie ich bist, schließe ich von davon einfach mal ein bisschen auf mich selbst. Ich bin neben dem Laufen auch leidenschaftliche Kletterin und habe festgestellt, dass mir das Nachahmen und die "Starre" des Yoga überhaupt nicht liegen. Beim Klettern geht man kreativ vor und hebt gewissermaßen vom Boden der Tatsachen und auch ein wenig von seinem Dasein ab. Außerdem konzentriert man sich so sehr, dass man dabei wunderbar Stress abbauen kann, einfach weil der Kopf die Gedanken mal loslassen kann. Du scheinst von irgendetwas belastet zu sein, dass vielleicht eher an anderen Menschen liegt und sich nur auf dir niederschlägt. Vielleicht kennst du deine Grenzen nicht. Beim Klettern spürt man diese sehr genau. Man fühlt, inwieweit man sich selbst vertraut und überwindet Ängste, sodass man sein eigentliches Potential unabhängig von anderen Menschen erkennen kann.

    Das sind natürlich nur meine Empfindungen. Ich mag dich, weil du dich nicht scheust, deine Empfindungen nach außen zu tragen. Das zeugt von Stärke und lässt mich aber auch mutmaßen, du könntest ein Mensch sein, der die Empfindungen der anderen recht ungefiltert in sein eigenes Inneres eindringen lässt und sehr mitfühlt. So bin ich auch.

    Wenn ich mit meinen Vermutungen richtig liege, dann kann meine eigene Geschichte für dich vielleicht eine kleine Inspiration sein.

    Sei lieb gegrüßt.

    Karoline

    AntwortenLöschen

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, den Beitrag zu kommentieren! Bis Bald! Mimi :)